neues Verfahren zur Erhebung der TV-Quoten

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Im Berichtsjahr präsentierte Mediapulse ein neues Verfahren zur Erhebung der TV-Quoten, welches sich die bessere Berücksichtigung der mit dem digitalen Zeitalter einhergehenden Entwicklungen zum Ziel gesetzt hatte. Dies erfolgte zum einen durch die Erfassung der zeitversetzten Fernsehnutzung und zum anderen durch Berücksichtigung von Daten zu Personen, die Fernsehsendungen ausschliesslich webbasiert über elektronische Geräte konsumieren. Diese Umstellungen führten zu beträchtlichen Differenzen gegenüber früher publizierten Zuschauerzahlen und diese gingen in erster Linie zu Lasten der Privatsender, worauf der Verwaltungsrat von Mediapulse zur Überprüfung der Daten im Februar eine vorläufige, partielle Geheimhaltung der Erhebungen beschloss. Trotz zwei von Mediapulse bald darauf vorgelegten, positiven Expertenberichten zum neuen Messsystem erwirkte der Privatsender «3Plus» nach kurzzeitiger Freigabe der Nutzungsdaten eine superprovisorische Verfügung gegen das Forschungsunternehmen. Es folgte eine Phase von Blockaden und Deblockaden aufgrund von Beschlüssen des Verwaltungsrates sowie Verfügungen des Obergerichts des Kantons Nidwalden und des Bundesverwaltungsgerichts (BVGer); Letztere wurde erst im Juli aufgehoben. Der Streit konnte daraufhin durch Einigung zwischen Mediapulse und dem Privatsender erfolgreich beigelegt werden. «3Plus» stimmte der Publikation der Daten unter der Bedingung zu, dass Mediapulse auf die Datenerfassung zu Zuschauern verzichtet, die sich Fernsehsendungen einzig über den Computer ansehen und dabei über keinen Fernsehapparat verfügen. Ferner wurde dem Privatsender zur Förderung von Transparenz und zum besseren gegenseitigen Verständnis erlaubt, in einer ersten Phase ebenfalls eigene Datenauswertungen durchzuführen. Im Herbst konnte Mediapulse die bereinigten Daten vorlegen. Die starke Verzögerung in der Publikation der sonst regelmässig vorliegenden Zahlen hatte sich zu einem veritablen Ärgernis für die Werbekunden entwickelt.

Knapp ein Zehntel des gesamten Fernsehkonsums der 15- bis 49-Jährigen entfiel 2013 auf die zeitversetzte Nutzung, wie die Daten von Mediapulse und Publica Data erstmals zeigen. Aufgrund der 2013 erfolgten Umstellung des Messverfahrens, das neu auch die zeitversetzte Fernsehnutzung miteinbezieht, lässt sich die Entwicklung der TV-Marktanteile nicht mit dem Vorjahr vergleichen. Im zweiten Semester 2013 hatten sowohl SRF als auch RTS leichte Einbussen zu verzeichnen. Die aktuellsten Zahlen errechneten für SRF einen Marktanteil von 30% in der Deutschschweiz. Während die Quote von RTS in der Westschweiz mit 28,7% leicht tiefer lag, genoss RSI im Tessin einen Marktanteil von 34%.