Doch auch das bürgerliche Lager steht nicht glanzvoll da. Wie alle Parteien mit Ausnahme der Grünen, des LdU und der neu teilnehmenden Autopartei büsste es gegenüber 1983 Wähleranteile ein (CVP -0,7%, FDP -0,4%, SVP und LP je -0,1 %). Allerdings verkleinerte sich dadurch nur die Nationalratsfraktion der FDP (je -1 Sitz in ZH, SG und VD). Die Liberalen gewannen ein Mandat in Basel-Stadt, und bei der CVP hielten sich 5 Gewinne und 5 Verluste die Waage. Trotz grösseren Wählereinbussen konnte die CVP dabei in St. Gallen - dank Listenverbindung mit der CSP - den Freisinnigen einen Sitz abnehmen und im Jura das bisherige SP-Mandat erobern.
Auch bei den Sozialdemokraten, deren Wahlbilanz mit 6 Sitzverlusten (-4,4% Wähleranteil) schloss, entsprachen die Mandatsverschiebungen nicht immer den Wählerbewegungen. In Schwyz (-6,7%) verhalf ihnen das Bündnis mit dem Kritischen Forum zu einem Sitz, während sie im Jura (+7,7%) ihr Mandat ohne Listenverbindung mit den unabhängigen Christlichsozialen nicht mehr halten konnten.
Für die kleinen Parteien wiederum - und insbesondere für die Grünen - wirkte sich die grosse Anzahl kleiner Wahlkreise einmal mehr ungünstig aus. Da in kleinen Kantonen ein Drittel bis die Hälfte, in mittelgrossen 10 - 20 Prozent aller Stimmen für ein Mandat erforderlich sind und somit für 82 der 200 Nationalratssitze ein faktisches Quorum von mindestens 10 Prozent der Stimmen besteht, gingen sie vielerorts trotz grossen Gewinnen an Wähleranteilen leer aus (nur in sechs Kantonen [ZH, BE, SG, AG, VD und GE; zusammen 118 Sitze] braucht es weniger als 10% der Stimmen für ein Vollmandat, am wenigsten in Zürich [2,8%] und Bern [3,3%]). So erzielte etwa das Kritische Forum Schwyz auf Anhieb 12 Prozent der Wählerstimmen, jedoch keinen Sitz. Ähnlich erging es dem Grünen Bündnis in Luzern, Zug, Solothurn, und Graubünden sowie der Grünen Partei in Basel-Landschaft. Zusammen vereinigten die Grünen zwar 9 Prozent der Wählerinnen und Wähler auf sich, gewannen aber nur 13 Sitze, während die SVP mit 11 Prozent Wähleranteil auf 25 Mandate kam.
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