Die Ersatzwahl für alt-Bundesrätin Kopp wurde in der Februar-Sondersession 1989 durchgeführt. Im Vorfeld hatten die Vertreter der CVP, der SP und der SVP betont, dass für sie kein Anlass zum Rütteln an der Zauberformel gegeben sei und sie den Anspruch des Freisinns nicht bestreiten würden. Die Verteidigung des traditionellen, wenn auch nicht rechtlich abgesicherten Zürcher Sitzes erwies sich hingegen als schwieriger. Einerseits wurde auch parteiintern die jeweils nur kurze Amtszeit der drei letzten freisinnigen Zürcher Bundesräte Honegger (5 Jahre), Friedrich (2) und Kopp (4) kritisiert. Andererseits tat sich die Kantonalpartei mit der Kandidatenauswahl schwer: Nachdem Fraktionschef Bremi und die Nationalrätinnen Nabholz und Spoerry auf eine Nomination verzichtet hatten, schlug sie den 59-jährigen Ständerat Jagmetti vor. Mit teilweise jüngeren Kandidaten rückten die Innerschweizer Freisinnigen auf: Die Luzerner präsentierten den 47-jährigen Unternehmer und Ständerat Villiger, die Urner den 45-jährigen Rechtsanwalt und Nationalrat Steinegger und die Zuger den 59-jährigen Regierungs- und Nationalrat Stucky. Die für die Nomination zuständige freisinnige Fraktion schlug der Vereinigten Bundesversammlung Kaspar Villiger zur Wahl vor.
Dossier: Affäre Kopp- Schlagworte
- Datum
- 18. Januar 1989
- Prozesstyp
- Wahlen
- Akteure
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- Freisinnig Demokratische Partei.Die Liberalen (FDP)
- Kopp, Elisabeth (fdp/plr, ZH) alt-BR/ex-CF
- Honegger, Fritz (fdp/prd, ZH) alt-BR / ex-CF
- Friedrich, Rudolf (fdp/plr, ZH) alt-BR / ex-CF
- Bremi, Ulrich (fdp/plr,ZH) NR/CN
- Nabholz, Lili (fdp/prd, ZH), NR/CN
- Spoerry, Vreni (fdp/plr, ZH) NR/CN
- Jagmetti, Riccardo (fdp/prd, ZH) SR/CE
- Villiger, Kaspar (fdp/plr, LU) NR/CN
- Steinegger, Franz (fdp/plr, UR) NR/CN
- Stucky, Georg (fdp/plr, ZG) NR/CN
- Quellen
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anzeigen
- TA, 6.1., 9.1. und 13.1.89; NZZ, 9.1., 10.1., 13.1. und 18.I.89.
- TW, 6.1.89.
- Vat., 6.1.89; LNN, 10.1. und 11.1.89.; Presse vom 21.1.89.
von Hans Hirter
Aktualisiert am 26.05.2023
Aktualisiert am 26.05.2023