In der Herbstsession 2024 kümmerte sich die Vereinigte Bundesversammlung um die Gesamterneuerung des Bundesverwaltungsgerichts für die Amtsperiode 2025-2030. Alle 73 amtierenden Richterinnen und Richter stellten sich für die anstehende vierte Amtsperiode des noch jungen Gerichts zur Verfügung. Die GK stellte in ihrem Bericht fest, dass es laut der GPK keinen begründeten Verdacht gebe, dass jemand vorsätzlich oder grob fahrlässig Amtspflichten verletzt habe und einer Wiederwahl deshalb nichts im Wege stehe.
Diese Feststellung ist zwar in der Regel Routine, blieb aber aufgrund der Schlagzeilen, in die das Bundesverwaltungsgericht in den letzten Monaten geraten war, nicht ohne Brisanz. Obwohl alle 73 Kandidierenden in globo bestätigt wurden, liessen die ausgewiesenen Resultate der einzelnen Richterinnen und Richter aber aufhorchen. Die meisten erhielten zwar jeweils mehr als 205 der total 227 eingelangten Stimmen. Der amtierende Präsident, Vito Valenti (fdp) und die amtierende, Ende 2023 gewählte Vizepräsidentin, Claudia Cotting-Schalch (fdp), wurden aber mit 178 bzw. 176 Stimmen wohl auch aufgrund besagter Schlagzeilen abgestraft. David Wenger (svp), der im Mittelpunkt der medial aufbereiteten internen Auseinandersetzungen gestanden hatte, erhielt hingegen 202 Stimmen. Auch Emilia Antonioni Luftensteiner (sp; 176 Stimmen), die wegen Amtsmissbrauch angezeigt worden war, was von der Bundesanwaltschaft allerdings als nichtig beurteilt wurde, erhielt auffallend wenig Stimmen. Dennoch übersprangen alle 73 Richterinnen und Richter die Hürde das absoluten Mehrs (114) letztlich spielend. Die wohl in der Wintersession 2024 anstehenden Wahlen für das Präsidium des Bundesverwaltungsgerichts für 2025-2026 versprechen freilich Spannung.