Im Grundsatz waren sich der Bundesrat – in der Sondersession vom April 2024 vertreten durch Bundeskanzler Viktor Rossi – und der Motionär Thomas Burgherr (svp, AG) einig: «unnötige administrative Aufwände in der Verwaltung» sollen abgebaut und «Regulierungen» vereinfacht werden. Burgherr kritisierte, dass zu viele Bereiche administrativ «durch den Bund übersteuert» würden. Insbesondere in den Bereichen Gesundheit und Medizin, Bildung und Forschung, Polizei und Militär, Soziales sowie Bau gäbe es so viele «Auflagen, Weisungen, Reglemente, Formulare, Dokumentationspflichten, etc.», dass für die Angestellten in diesen Bereichen immer weniger Zeit bleibe, sich auf ihre eigentlichen Aufgaben zu konzentrieren. Entsprechend forderte Burgherr insbesondere in den besagten Bereichen Bürokratieabbau und Deregulierung auch innerhalb der Verwaltung. Auch wenn der Bundesrat diese Stossrichtung unterstütze, befürchte er, dass sich das Anliegen der Motion nur schon deshalb nicht umsetzen lasse, weil die besagten Bereiche mehrheitlich in kantonaler Hoheit lägen, führte Rossi die ablehnende Haltung des Bundesrates aus. Wo es seine Zuständigkeit anbelange, müsse der Bundesrat bereits heute die Verwaltungsorganisation laufend auf Effizienz und Effektivität überprüfen. Die entsprechenden Massnahmen erachte er als genügend, um unnötige Bürokratie zu vermeiden. Die bürgerliche Mehrheit des Nationalrats widersetzte sich allerdings dem bundesrätlichen Antrag und nahm die Motion mit 113 zu 73 Stimmen ohne Enthaltungen an. Neben der geschlossenen SVP-Fraktion unterstützten auch alle anwesenden Mitglieder der FDP- und der Mitte-Fraktion (mit Ausnahme von Marc Jost, evp, BE) das Anliegen, das damit an den Ständerat überwiesen wurde.
Dossier: Lutte contre régularisation et bureaucratie