Ende Mai 2024 kam eine Motion Geissbühler (svp, BE) mit dem Titel «Weniger Bürokratie in den Pflegeberufen» in den Nationalrat. Diese beinhaltete die Forderung, dass bei einem Beschäftigungsgrad von 100 Prozent maximal 10 Prozent für administrative Aufgaben aufgewendet werden dürften. Das Geschäft wurde von Martina Bircher (svp, AG) übernommen, nachdem die Motionärin im Vorjahr bei den eidgenössischen Wahlen 2023 nicht mehr angetreten war. Die Aargauerin zeigte sich überzeugt davon, dass durch den Bürokratieabbau die Pflegeberufe an Attraktivität gewinnen würden und somit das Risiko, dass es zu einem vermehrten Berufsausstieg komme, gesenkt werden könnte. Gesundheitsministerin Baume-Schneider anerkannte zwar das Problem des hohen administrativen Aufwands, erklärte jedoch, dass der Bundesrat diese Belastung mittels Digitalisierung reduzieren wolle. In diesem Kontext verwies sie auf eine überwiesene Motion Silberschmidt (fdp, ZH; Mo. 21.4373) und das Programm Digisanté. Letztlich sei es jedoch auch die Aufgabe der Gesundheitseinrichtungen, die Dokumentation zu vereinfachen. Daher empfehle der Bundesrat das Geschäft zur Ablehnung. Die grosse Kammer sprach sich allerdings mit 98 zu 90 Stimmen für den Vorstoss aus. Dabei standen sich mit den befürwortenden Fraktionen der SVP, FDP und GLP auf der einen Seite und den ablehnenden Fraktionen der SP, Grünen und der Mitte zwei geschlossen stimmende Lager gegenüber.