Bea Heim (sp, SO) reichte Ende 2019 eine Motion ein, durch die geschlechtsspezifische Unterschiede in der Medizin stärker berücksichtigt und entsprechende Ungleichheiten mittels Massnahmen behoben werden sollten. Der Vorstoss kam im Mai 2021 in den Nationalrat, wo er von Martina Munz (sp, SH) vorgestellt wurde. Diese hatte den Vorstoss nach dem Ausscheiden Heims aus der grossen Kammer übernommen. In der Medizin werde häufig der «Mann als Mass aller Dinge» betrachtet, so Munz. Dass es viele medizinische Aspekte gebe, in welchen sich Frauen und Männer unterschieden, diesen in Forschung und Behandlung jedoch keine Rechnung getragen würde, führe zu schlechteren gesundheitlichen Ergebnissen beim weiblichen Geschlecht. Gesundheitsminister Alain Berset zeigte sich des Problems bewusst. Nichtsdestotrotz empfahl er die Motion aus inhaltlichen und formalen Gründen zur Ablehnung. Inhaltlich, weil nicht der Bund, sondern die medizinischen Fachgesellschaften und die Forschung die Hauptverantwortung bei der Umsetzung von Massnahmen trügen, formal, weil die Motion in der vorliegenden Form zu lang und heterogen sei, was den administrativen und legislativen Prozess erschwere. Der Nationalrat folgte dieser Empfehlung mit 95 zu 79 Stimmen (bei 5 Enthaltungen), wobei sich SVP, FDP und Mitte gegen die anderen Fraktionen durchsetzten.