Benjamin Roduit (mitte, VS) forderte im März 2023 mittels Motion das Ergreifen von Massnahmen, damit das Zulassungsverfahren zum Medizinstudium künftig anhand von «Kompetenz- und Qualitätskriterien» geschehe. In erster Linie soll der Bundesrat dazu das Angebot an Studienplätzen und an klinischen Praktika in der Grundversorgung und im ambulanten Bereich erhöhen. Die Finanzierung solle dabei zusammen mit den Kantonen erfolgen.
In der Frühjahrssession 2024 behandelte der Nationalrat das Geschäft. Dort hob der Motionär unter anderem den Ärzte- und Ärztinnenmangel, die Abhängigkeit von der ausländischen Ärzteschaft sowie die kritische Situation in ländlichen Gebieten hervor. Obwohl Bildungsminister Guy Parmelin den Ärzte- und Ärztinnenmangel anerkannte, empfahl er die Motion zur Ablehnung. Er argumentierte unter anderem damit, dass die Ausbildung in den Kompetenzbereich der Kantone falle und der Bund bereits CHF 100 Mio. zur Erhöhung der Anzahl Studienplätze und zur Einrichtung neuer Studiengänge in Medizin zur Verfügung gestellt habe. Der Nationalrat folgte der bundesrätlichen Empfehlung jedoch nicht, sondern nahm die Motion mit 144 zu 43 Stimmen (bei 4 Enthaltungen) an. Sämtliche Gegenstimmen stammten aus der SVP-Fraktion.

Dossier: Ärztemangel