Die Volksinitiative «Schluss mit den Steuerprivilegien für Millionäre» kam am 30. November 2014 zur Abstimmung. Bei der Parolenfassung im Vorfeld des Urnenganges zeigte sich auf nationaler Ebene wenig überraschend das gleiche Bild wie bei den Abstimmungen im Parlament: Die SP, die Grünen und die EVP befürworteten wie die Gewerkschaften die Volksinitiative, während sich die SVP, die FDP, die CVP und die Grünliberalen wie die Wirtschafts- und Gewerbeverbände gegen das Begehren aussprachen. Auf Ebene der Kantonalparteien überraschte das Ausscheren von acht GLP-Sektionen, die alle von der nationalen Parteilinie abwichen. Fünf unter ihnen beschlossen die Ja-Parole, die anderen drei erteilten die Stimmfreigabe. Im Abstimmungskampf war das gegnerische Lager sehr präsent und dominierte den gekauften Raum. Untersuchungen zeigten, dass weniger als jedes zwanzigste Inserat von den Befürwortern stammte. Auf Seite des Nein-Lagers wurden drei von vier Inseraten von Parteien und deren Politikern geschaltet. Auffällig dabei war, dass vor allem Vertreter der FDP präsent waren. Die Volksinitiative wurde schliesslich von Volk und Ständen verworfen. 40.8% der Partizipierenden stimmten der Vorlage zu. Die gesamtschweizerische Stimmbeteiligung betrug 49.2%. Als einziger Stand stimmte der Kanton Schaffhausen, der 2011 auf kantonaler Ebene bereits die Pauschalbesteuerung abgeschafft hatte, mit 50.8% dem Volksbegehren zu. In den Kantonen Zürich (49.1%), Appenzell Ausserrhoden (48.0%), Basel-Landschaft (46.0%) und Basel-Stadt (45.1%), die allesamt auf kantonaler Ebene keine Pauschalbesteuerung mehr kennen, sprachen sich die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger gegen eine landesweite Abschaffung der Steuerprivilegien für wohlhabende Ausländer aus. Die tiefsten Ja-Anteile wurden wenig überraschend in den Kantonen Wallis (21.7%) und Graubünden (28.8%) registriert, die zusammen mit den Kantonen Waadt (31.4%), Genf (31.7%) und Tessin (32.0%) die meisten pauschalbesteuerten Personen beheimaten.
Abstimmung vom 30. November 2014
Initiative zur Abschaffung der Pauschalbesteuerung
Beteiligung: 49.9%
Ja: 1'053'125 (40.8%) / 1 Stand
Nein: 1'528'114 (59.2%) / 19 6/2 Stände
Parolen:
– Ja: SPS, GPS, EVP, CSP; SGB, TravS, Unia.
– Nein: SVP, FDP, CVP, GLP (8*), BDP; eco, sgv, SAB.
* In Klammer Anzahl abweichender Kantonalsektionen