Geben Stimmbürgerinnen und Stimmbürger abweichenden Meinungen eine Chance? Oder nehmen sie nur Argumente wahr, die ihren eigenen Ansichten entsprechen? Sind sie also mit anderen Worten «motivated reasoners»? Und könnten sorgfältig gestaltete und ausgewogene Online-Diskussionsforen die Qualität der Meinungsbildung in der direkten Demokratie erhöhen? Dies sind zentrale Fragen, die im Rahmen des neuen Projektes «Echo- vs. Deliberative Chambers» zur Digitalisierung untersucht werden.
Ziel des Projektes ist es, die Meinungsbildung zu Abstimmungsvorlagen durch die Beteiligung an Online-Foren zu beobachten. Dazu werden im Rahmen zweier experimenteller Befragungen die Auswirkungen von asynchronen und ausgewogenen Online-Diskussionen zu Abstimmungsvorlagen untersucht. Die Untersuchung trägt mit ihren Ergebnissen zur Beantwortung der Frage bei, wie Meinungsbildung im digitalen Zeitalter stattfindet und wie sie demokratisch gestaltet werden kann.
Der Schweizerische Nationalfonds unterstützt das Projekt seit dem Herbst 2018 für eine Dauer von 18 Monaten im Rahmen seiner Ausschreibung «Digital Lives». Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt ferner durch Projektpartner der Universität Stuttgart - André Bächtiger und Dominik Wyss.