Ein Ja oder ein Nein bei einer Abstimmung beruht in der Regel auf zahlreichen unterschiedlichen individuellen Motiven. Bei der Meinungsbildung im Vorfeld einer Abstimmung wägen die einzelnen Bürgerinnen und Bürger verschiedene Vor- und Nachteile einer Vorlage ab und gleichen diese mit ihren eigenen Präferenzen ab. Wie lässt sich somit ein Ja oder ein Nein interpretieren? Welche Motive waren für den Abstimmungsentscheid besonders wichtig? Wenn sich die Bestandteile einer Vorlage, also die jeweiligen Vor- und Nachteile, verändern, hätte dann das Ja oder das Nein noch Bestand?
Diese Fragen stehen im Zentrum des Forschungsprojektes PostVotes, das APS zusammen mit weiteren Forscherinnen und Forschern am IPW durchführt, wobei auch neuere, experimentelle Methoden zum Einsatz kommen. Die Befragten sollen nicht einfach die Bedeutung ausgewählter Motive in Isolation anderer Überlegungen wiedergeben, sondern in den Prozess des Abwägens versetzt werden. Indem Motive nicht direkt abgefragt, sondern in verschiedenen, variierenden Kombinationen verschiedener Aspekte einer Vorlage zur Auswahl präsentiert werden, wird versucht, den komplexen individuellen Entscheidungsprozess zu simulieren.