Digitalisierung als Chance für mehr demokratische Mitsprache? Bürger*innen mittels Beteiligungsformaten wie Bürger*innenversammlungen stärker in politische Entscheidungen einzubeziehen, entspricht der Forderung von immer mehr politischen und akademischen Akteuren. Obwohl die digitale Transformation hierzu eigentlich zahlreiche Chancen bietet, ist aus verschiedenen Gründen das Angebot digitaler Beteiligungsformate noch stark eingeschränkt.
Im Rahmen des Projekts wird ein digitales Beteiligungsformat entwickelt, das den Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht, eigene Argumente und Überzeugungen in den Abstimmungs- und Wahldiskurs einzubringen. Damit soll nicht nur das Vertrauen in Online-Infrastruktur gestärkt, sondern auch die Legitimität der direkten Demokratie erhöht werden.
Konkret werden im Projekt zwei Prototypen digitaler Bürger*innenbeteiligung getestet: 1) Wahlberechtigte stellen einen Smartvote-Fragekatalog zusammen und 2) Stimmberechtigte erstellen ein Argumentarium zu einer eidgenössischen Abstimmungsvorlage. Die Innovation unseres Projekts liegt in einer engen Verzahnung sozialer und technischer Ansätze: Wir übernehmen ein in der Politikwissenschaft etabliertes Konzept der repräsentativ zusammengestellten Bürgerversammlungen. Zudem entwickeln wir eine Plattform, die den Teilnehmenden eine autonome Rolle im politischen Gestaltungsprozess ermöglichen soll.
Im 21. Jahrhundert erleben verschiedenste Formen der Bürgerbeteiligung einen Aufschwung. Zu wissen, unter welchen Bedingungen digitale Beteiligungsformen die Demokratie stärken können, stellt die Grundlage für eine erfolgreiche Bürgerbeteiligung im digitalen Zeitalter.
Der Schweizerische Nationalfonds unterstützt das Projekt ab April 2020 für eine Dauer von 36 Monaten im Rahmen des NFP77 «Digitale Transformation».