Die ständige ausländische Wohnbevölkerung nahm im Berichtsjahr um knapp 60'000 oder 5.8 Prozent auf gut 1.1 Mio. Personen zu. Damit wurde der bisherige Rekordstand von August 1974 um rund 34'000 überschritten. Der innert Jahresfrist von 15.6 auf 16.4 Prozent angestiegene Ausländeranteil blieb aber noch unter den damaligen 16.8 Prozent. Von den am Jahresende in der Schweiz wohnhaften 1'100'262 Ausländerinnen und Ausländern (ohne internationale Funktionäre, Saisonniers, Asylbewerber und Ausländer mit einem bewilligten Aufenthalt von weniger als einem Jahr) besassen 25 Prozent eine Jahres- und 75 Prozent eine Niederlassungsbewilligung. 798'012 oder 73 Prozent stammten aus EG- oder EFTA-Ländern, was gegenüber 1980 einer Abnahme um 10 Prozent entspricht.
Der Wandel der schweizerischen Volkswirtschaft in Richtung Dienstleistungen schlägt sich auch in der branchenmässigen Verteilung der ausländischen Erwerbstätigen nieder. Im Zeitraum zwischen 1981 und 1990 erhöhte sich die Beschäftigung von Ausländern um 31.9 Prozent. Im Sektor Industrie und Handwerk betrug der Zuwachs 15.9 Prozent, bei den Dienstleistungen 52.5 Prozent und in den übrigen Wirtschaftszweigen 28.6 Prozent. In der Industrie fanden die stärksten Zunahmen in der Metallindustrie und im Bereich Maschinen, Apparate und Fahrzeuge statt. Bei den Dienstleistungen wuchs die Ausländerbeschäftigung vor allem beim Handel, in der Hotellerie und im Gesundheitswesen.
Ende Jahr betrug der Gesamtbestand erwerbstätiger Ausländer 864'469 Personen, 51'311 oder 6.3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Diese Zunahme war erneut auf die anhaltend gute Wirtschaftslage zurückzuführen. Markant war der Zuwachs erneut im Dienstleistungssektor, vor allem in den Wirtschaftszweigen Handel, Banken und Versicherungen, in der Tourismusbranche sowie im Gesundheitswesen. Im sekundären Sektor meldeten die Metall- und Maschinenindustrie sowie das Baugewerbe die beachtlichsten Zunahmen. Hier fielen auch die Saisonniers stark ins Gewicht, deren Zahl Ende August – dem saisonalen Höchststand der Beschäftigung – 122'000 (1989: 120'000) betrug. Am Jahresende arbeiteten überdies 181'366 Grenzgänger (1989: 167'259) in der Schweiz. Dazu kommen, nach Schätzungen der Gewerkschaften, noch zwischen 50'000 und 180'000 Schwarzarbeiter, oftmals als Kurzaufenthalter eingereiste Personen, die nach Ablauf ihrer fremdenpolizeilichen Bewilligung illegal im Land bleiben und dabei in Kauf nehmen, im Lohnsektor und bei den Sozialversicherungen massiv benachteiligt zu werden (Ip. 90.613). Ein überwiesenes Postulat Fäh (fdp/prd, LU; Po. 89.757) lud den Bundesrat ein, inskünftig in den Ausländerstatistiken auch die Kategorien der Asylbewerber, Saisonniers und Kurzaufenthalter erscheinen zu lassen.