Zahlen zur Mediennutzung in der Schweiz

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Die AG für Werbeforschung (Wemf) präsentierte im Oktober die aktuellen Zahlen zur Mediennutzung in der Schweiz und dies zum ersten Mal unter Anwendung einer neuen Messmethode. Zu den grössten Änderungen gehörte zum einen, dass das Unternehmen neu auch Interviews mit Personen ohne eingetragenen Festnetzanschluss durchführte, wobei Wemf sowohl auf Mobiltelefonnummern als auch auf nicht-eingetragene Festnetzanschlüsse zurückgriff. Zum anderen holte die Forschungsinstitution Auskünfte von 40 Prozent der insgesamt ca. 19'000 interviewten Personen mittels Online-Befragung ein. Während die erste Neuerung zum Zwecke einer besseren Repräsentation der jungen, erwerbstätigen Bevölkerung erfolgte, soll der Beizug einer etwas anonymisierteren Form der Befragung dazu beitragen, dass die Umfrageteilnehmer ihren Medienkonsum weniger stark überschätzen. Die erwähnten Umstellungen in der Erhebungsmethode lassen keine qualifizierten Vergleiche zum Vorjahr zu. Feststellen lässt sich jedoch, dass insbesondere Boulevard- und Pendlerblätter aktuell besser abschneiden als zuvor, während die Magazine an Bedeutung verloren haben. Ferner wies Wemf die verkauften Auflagen ebenfalls erstmals separat für E-Paper aus. Hier zeigte sich, dass insbesondere die NZZ und die «NZZ am Sonntag» ihren Kunden erfolgreich ein papierloses Zeitungsabonnement verkaufen konnten.

Im Vergleich zu 2013 zeigten die neuesten Zahlen der Wemf betreffend die Mediennutzung in der Schweiz einen Rückgang der Leserzahlen bei den grossen Schweizer Pressetiteln, wobei Medien mit hohem Informationsgehalt über Politik und Gesellschaft - insbesondere auch die Sonntagspresse - den grössten Verlust zu verzeichnen hatten. Während "20 Minuten" resp. "20 Minutes" in der deutsch- und französischsprachigen Schweiz die auflagestärkste Zeitung stellt, muss "20 Minuti" im Tessin hingegen nach wie vor sowohl dem führenden "Corriere del Ticino" als auch der zweitplatzierten "La Regione" Platz machen. Die Zunahme der Leserzahlen für die "Luzerner Zeitung" und das "St. Galler Tagblatt" sowie die rückläufigen Zahlen für die "Südostschweiz" seien auf die 2013 unternommenen Fusionen zurückzuführen. Über zusätzliche Leser freuen durfte sich 2014 in der Westschweiz insbesondere das unabhängige Freiburger Informationsblatt "La Liberté". Weitere regional verankerte Zeitungen mit hohem Informationsgehalt wie "Le Nouvelliste" oder die "Thurgauer Zeitung" konnten 2014 zusätzliche Leser gewinnen. Die mit Abstand grösste Leserzunahme unter den grossen und mittleren Pressetiteln verzeichnete das von Ringier herausgegebene Magazin "LandLiebe", welches seit drei Jahren das ländliche Lebensgefühl in der Schweiz zelebriert. Stetig zunehmend sind die E-Paper-Abonnemente. Diese Angebote könnten den Auflagerückgang bei den Print-Medien abschwächen, mutmasste die NZZ.

Auch im Jahr 2014 setzte sich der Rückgang der Leserzahlen bei den gekauften Presseerzeugnissen fort. Neu war hingegen, dass mit dem "Blick am Abend" ebenfalls eine Gratiszeitung einen relativ starken Verlust hinnehmen musste (-7%), wie die neuesten Zahlen der AG für Werbemedienforschung (Wemf) zeigten. Obwohl die digitale Mediennutzung gemäss den aktuellsten Wemf-Zahlen leicht zunahm – der Verkauf der elektronischen Auflage in relativen Zahlen gar beträchtlich –, konsumieren nach wie vor viel mehr Personen die Druckerzeugnisse der Zeitungen. Dass der gedruckten Ausgabe im Vergleich zu Online-Beiträgen weiterhin eine grosse Bedeutung zukommt, ist insbesondere bei den 14- bis 29-Jährigen auf den Konsum von Gratiszeitungen zurückzuführen. In dieser Gruppe finden sich 161'000 reine Online-Nutzer neben 622'000 Lesern von Printmedien, wobei in der letzten Gruppe gerade einmal 132'000 eine Abonnementzeitung konsultieren.