Ende Juli kündigte das EDA eine ausgedehnte Reise von Bundesrat Cassis nach Südostasien und in den Pazifikraum an. Während rund einer Woche besuchte der Schweizer Aussenminister Singapur, Indonesien, Australien und Neuseeland. In Indonesien und Singapur standen die Themen der im Februar 2023 veröffentlichten Südostasien-Strategie 2023-2026 im Vordergrund. Cassis traf in Singapur Aussenminister Vivian Balakrishnan, mit dem er sich über die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen austauschte, insbesondere über ein geplantes Abkommen über digitalen Handel zwischen der EFTA und Singapur. Der Aussenminister besuchte auch die lokalen Niederlassungen zweier Schweizer Hochschulen und lobte die Zusammenarbeit der beiden Länder im Rahmen des Geneva Science and Diplomacy Anticipators. Auch in Indonesien drehten sich die Gespräche mit Aussenministerin Retno Marsudi um wirtschaftliche Themen, namentlich um die Umsetzung des Wirtschaftspartnerschaftsabkommens zwischen der EFTA und Indonesien. Dieses trat 2021 in Kraft, wobei es 2022 durch ein Investitionsschutzabkommen ergänzt wurde. Zudem traf sich Bundesrat Cassis mit einem ASEAN-Vertreter, da die Organisation als wichtigste ihrer Art im asiatisch-pazifischen Raum gilt und mit der Schweiz seit 2015 eine sektorielle Dialogpartnerschaft unterhält.
In Neuseeland würdigte Cassis die politisch-demokratische Verbundenheit der beiden Länder und traf sich auch mit der Aussenministerin der Pazifikinsel Niue, mit der die Schweiz eine Absichtserklärung für die Aufnahme diplomatischer Beziehungen unterzeichnete. Der Tages-Anzeiger hinterfragte den Nutzen dieses Treffens und zitierte eine Erklärung des EDA. Niue wolle angesichts des wachsenden Einflusses Chinas und der USA seine Unabhängigkeit bewahren und seinen aussenpolitischen Handlungsspielraum erweitern, teilte ein Sprecher des Departements mit. Damit schliesse die Schweiz eine Lücke in ihrem diplomatischen Beziehungsnetz in dieser Region, so die weitere Erklärung des EDA. In Australien sprach Ignazio Cassis mit Aussenministerin Penny Wong über eine intensivere Zusammenarbeit der beiden Länder unter anderem im Wissenschaftsbereich, über den Krieg in der Ukraine, die Vertiefung der Kooperation im konsularischen Bereich und über den Kampf gegen den Klimawandel. Auch in Canberra stärkte der Bundesrat die Beziehungen mit den pazifischen Inselstaaten und tausche sich mit Vertretungen diverser Nationen aus. In allen vier Ländern hielt der Bundesrat ausserdem Reden zum Nationalfeiertag für die Schweizer Auslandgemeinschaften.