Am 28. September 2014 gelangte die Volksinitiative Schluss mit der MwSt-Diskriminierung des Gastgewerbes! zur Abstimmung. Das drei Jahre zuvor vom Wirteverband GastroSuisse eingereichte Begehren forderte, dass gastgewerbliche Leistungen dem gleichen Steuersatz unterliegen wie die Lieferung von Nahrungsmitteln. Bislang wurden nur Take-away-Einkäufe zum reduzierten Satz von 2.5 Prozent besteuert. Für Restaurantleistungen galt der Normalsatz von 8.0 Prozent. Die nationalen Parteien folgten beim Fassen ihrer Parolen grösstenteils ihren Abgeordneten. Auf nationaler Ebene gaben die SVP und die EDU die Ja-Parole aus, die CVP beschloss die Stimmfreigabe und die restlichen nationalen Parteien fassten die Nein-Parole. Es wichen jedoch etliche Kantonalsektionen und Jungparteien von den Stimmempfehlungen ihrer Mutterparteien ab. Von den grossen Verbänden erhielt das Anliegen der GastroSuisse nur gerade Unterstützung durch den Schweizerischen Gewerbeverband (SGV). Der Abstimmungskampf verlief sehr einseitig. Die Befürworter der Vorlage bewarben ihre Position deutlich häufiger als die Gegner. Dennoch sprachen sich bei einer Wahlbeteiligung von 45,9% letztlich nur 28.5 Prozent der Stimmenden für die Vorlage aus, die auch in keinem Kanton eine Mehrheit auf sich vereinen konnte. Die höchsten Ja-Stimmenanteile wurden in den Kantonen Uri (35.4%), Tessin (35.3%) und Jura (35.1%) gezählt. In den Kantonen Zürich (23.9%), Zug (24.2%) und St. Gallen (26.8%) fand das Anliegen am wenigsten Rückhalt.
Abstimmung vom 28. September 2014
Initiative «Schluss mit der MwSt-Diskriminierung des Gastgewerbes!»
Beteiligung: 47.0%
Ja: 684'563 (28.5%) / 0 Stände
Nein: 1'718'827 (71.5%) / 20 6/2 Stände
Parolen:
– Ja: SVP, EDU, FPS, Lega, MCG, PdA, SD; GastroSuisse, SGV.
– Nein: SPS, FDP (9)*, GPS (1*), GLP, BDP (2*), EVP, CSP; eco, SBV, TravS.
– Stimmfreigabe: CVP (13*)
* In Klammer Anzahl abweichender Kantonalsektionen