Rund ein halbes Jahr nach der Bekanntgabe der Übernahme der CS durch die UBS, gab die UBS Mitte August 2023 per Medienmitteilung bekannt, die Garantie- und Darlehensverträge mit dem Bund freiwillig zu beenden. Dies betraf konkret den Vertrag zur Verlustübernahmegarantie des Bundes in der Höhe von CHF 9 Mrd. sowie jenen zu den Liquiditätsdarlehen mit der SNB, wie aus den Medienmitteilungen des Bundesrats sowie der UBS hervorgeht. Beim Vertrag zu den Liquiditätsdarlehen handle es sich um die Tranche von CHF 100 Mrd., welche vom Bund mit einer Ausfallgarantie im Rahmen des Public Liquidity Backstops abgesichert worden war. Diese Kredite seien von der CS – seit Juni 2023 eine Tochtergesellschaft der UBS – bereits Ende Mai zurückbezahlt worden. Die zweite Tranche der Liquiditätshilfe, welche ebenfalls CHF 100 Mrd. betragen hatte und die im Rahmen der ELA+ ermöglicht worden war, seien von der CS nun ebenfalls vollständig zurückbezahlt worden. Wie der Tages-Anzeiger präzisierte, bleibe der Vertrag über diese zweite Tranche jedoch weiterhin gültig, ebenso die Finanzhilfen im Rahmen des ELA-Instruments im Umfang von CHF 50 Mrd. Der Bundesrat führte in seiner Medienmitteilung aus, dass mit der Beendigung dieser zwei Verträge sämtliche Risiken für den Bund und die Steuerzahlenden entfielen. Zudem hätten der Bund und die SNB aus diesen Garantien Einnahmen generieren können: Die UBS und die CS hätten dem Bund aus den Bereitstellungs- und Risikoprämien der Verlustgarantie sowie des PLB-Darlehens Beträge in der Höhe von CHF 193 Mio. und der SNB für die beiden Liquiditätsdarlehen CHF 537 Mio. entrichtet. Gemäss dem SNB-Zwischenbericht vom Juni 2023 seien auf den gedeckten Darlehen und Darlehen nach Notrecht gar Prämien und Zinsertrage von rund CHF 900 Mio. angefallen.
Die Reaktionen der Parteien zur Beendigung der Verträge fielen laut Medien gemischt aus. Während etwa die FDP ihre Finanzministerin Karin Keller-Sutter für das «verantwortungsvolle Politisieren» lobte und die Einnahmen durch den «Garantie-Deal» hervorhoben, hielten die Polparteien trotz Erleichterung über das Ende der Garantieverpflichtungen an ihrer Kritik am Umgang mit der CS-Krise fest, berichtete die Aargauer Zeitung (AZ) im Nachgang der Bekanntgabe. SP-Co-Präsident Cédric Wermuth (AG) warnte etwa davor, sich von diesem Entscheid täuschen zu lassen, denn es sei «offensichtlich auch ein taktisches Manöver [der UBS], um politischen Bestrebungen nach einer strengeren Finanzmarktregelung den Wind aus den Segeln zu nehmen» (AZ). Er sehe gemäss AZ zudem die Gefahr, dass die UBS ohne die Kontrolle des «Garantieschirm[s] des Bundes» massenhaft Personal entlassen werde. SVP-Fraktionspräsident Thomas Aeschi (ZG) schloss aus der raschen Beendigung der Garantien, dass «die finanzielle Lage der CS offensichtlich im März 2023 weit besser war, als sie dargestellt wurde» (AZ). Damit sei die Chance verpasst worden, beide Schweizer Grossbanken zu erhalten. Die Frage, «ob das durch die Behörden gewählte Rettungsszenario tatsächlich so alternativlos war», stellte sich auch Felix Wettstein (SO) von den Grünen (AZ). Die Mitte machte es zudem misstrauisch, dass «die Garantien so schnell obsolet geworden seien» (AZ): Philipp Matthias Bregy (mitte, VS) zeigte sich zwar froh über diese Umstände, stellte jedoch die Frage in den Raum, was die UBS bei der Übernahme der CS schon alles gewusst habe und auf welcher Wissensgrundlage sie dieser zugestimmt habe. Im selben Zuge machte er die Forderung laut, dass die parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) sich auch dieser Frage widmen soll. Die GLP hingegen tat die «Empörungspolitik von links und rechts» in Anbetracht der stabilisierten UBS und dem guten Ausgang für die Steuerzahlenden als «überzogen und kurzsichtig» ab. Einigkeit bestand gemäss AZ über alle Parteien hinweg einzig darüber, dass die TBTF-Regulierung verschärft und Lehren aus dem Fall CS gezogen werden müssten.